Spottdrossel

Im Jahr 2009 bleibt das hier weiterhin stricknadelfreie Zone. Die Spottdrossel sitzt in bewährter Weise auf ihrer Stromleitung, krächzt so über dies und das, und wenn andere seltsame Vögel vorbeigeflogen kommen, sind sie herzlich eingeladen, mitzukrächzen. Sonst fühlt sich das an wie bei einem Handygespräch, wo einer der Beteiligten nicht zu verstehen ist, und wie nervig das ist, wird wohl jeder wissen. Daher: jeder, der die Rächtschraibunk noch einigermaßen beherrscht und alt genug ist, die Funkion von Großbuchstaben zu kennen, darf hier gerne kommentieren. Neumodisches Internet"deutsch" ist nicht so mein Fall, da steht mir das Gefieder senkrecht.

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Spottdrossel
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Mitgekrächzt:
Klatze:
Vielleicht hilfts dem GPS-Geier ja:Hier klick
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Mo:
...und wieder ich:Nach der Baustelle wäre dan
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Mo:

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hajo:
Drosselchen, sei doch nicht so fantasielos: I
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hajo:
siiiiste, das ist der Unterschied zum 2000Eur
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sorgenlos:
Wir hatten im "alten" Garten eine richtige Ma
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Wusel:
jezt wollte Freund Maulwurf mal behilflich se
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:
Nee, Klatze, das Drosselchen ist doch der Hau
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Klatze:
Da legt er drauf... :nase: :nase: :nase:
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hajo:
hallo Drosselchen,so kommst Du wenigstens nic
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...mal Hallo sagen

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Golibri
Ich fühle mich auch verloren, in einem glitzernden Wald voller Plastikblüten, die mich nicht zu nähren vermögen.

Weiter so :)
21.3.2010-1:47
Klatze
*Klopfklopf* jemand zuhause?
Lange nichts von der Spottdrossel gelesen :(
*in den Bürzel kneif* :nase:
20.1.2010-21:31
Tasha
ne, also ich kann immer noch nicht. ich komme nicht durch die capcha :(
aber gut zu wissen, dass ich nicht zu blöd bin!
21.8.2009-18:09
Tasha
Sag mal, bin ich nur zu blöd? Wieso kann ich denn bei dir keine Kommentare mehr abgeben?
:(
21.8.2009-9:14
Gabriela
Nachdem mich der Kommentarcaptcha nicht mochte, sag ich von hier aus : Abspann gelungen, auch wenn die Horrorszene für Arachnophobiker fehlte ;-)
:dafür:
4.8.2009-23:18

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Erlebtes & Erzähltes

Weißkittel

Nachdem Frau...äh...Mutti sich von den Ärzten leicht versch..ßert fühlt, muß ich doch auch mal meine Weißkittelstory loswerden.

Es begab sich also zu der Zeit... naja, ganz so ramontisch wird es nicht, es war Frühjahr, es war schlammig, und mein Jeep stand noch winterschlafenderweise bei seinem Eigentümer, was bedeutete: mit dem Skoda so nahe ran, wie es der Schlamm erlaubte, und ab da Zeug schleppen.

Nach einiger Zeit fand meine Achillissehne das nicht mehr besonders witzig, netterweise kam vom Führerhauptquartier die Mitteilung "krank machen geht nicht", während meine Kollegin bei vollem Gehalt daheimbleiben mußte/durfte.

Irgendwann konnte ich mich dann morgens kaum noch vernünftig bewegen und der Orthopäde teilte mit, entweder krank z. H. oder er gipst mir den Fuß ein, damit Ruhe ist.

Sowas verstehen dann auch Chefs.

Aus medizinischen Gründen sollte ich dann Schuhe mit hohem Absatz anziehen, eine komplette Katastrophe.

Die Sehne war irgendwann wieder relativ friedlich, daneben blieb aber eine dicke Beule, die sich in den Schuhen immer aufscheuerte.

Arzt Nr. 1 erklärte mir, die Beule wäre schon immer dagewesen, und schrieb mich nicht gesund, sondern "arbeitsfähig".

Dummerweise kannte ich meinen Fuß schon ein paar Jahre länger als er, und seltsamerweise konnte ich meine alten Schuhe nicht mehr anziehen, aber sie war schon immer da, sicher...

Im Winter dann Versuch mit Arzt Nr.2, der Plan war, im Winter, wenn bei uns nichts los ist, das Fahrgestell in Ruhe wieder auf Vordermann zu bringen.

Arzt Nr. 2 war ein nettes Opachen, der nichts falsch machen wollte und mich ins Krankenhaus zur Chirurgie schickte.

Erstes Highlight: Parkgebühren.

Die schickten mich in die nächste Klinik zum CT.

Parkgebühren und 1 Tag Urlaub weg.

Mit Bildchen zurück im Krankenhaus, hört der Chefarzt nur Frau + Achillissehne und befindet weise: "das kommt von den Stöckelschuhen" und verschreibt Krankengymnastik für meine arme, stöckelschuhverkürzte Sehne.

Die einzige Person, die Ahnung hatte, war die gemütliche Krankengymnastikmutti, ursprünglich aus Leipzig, die beschloß, der Doc hätte keine Ahnung und die Krankengymnastik zu sowas elektrotechnischem umschusterte, was meine Sehne ganz nett fand.

Der Fuß neigt immer noch zum beleidigtsein, wenn ich´s mal übertreibe, und die Stöckelschuhe des Verderbens habe ich bis heute nicht besessen...

Spottdrossel 20.08.2009, 19.21 | (3/0) Kommentare (RSS) | PL

Entlaufen/ Zugelaufen

So eine Großbaustelle wird mit der Zeit richtig unübersichtlich. Da stolpern dann wir Streckenbauer rum, jede Brücke wird von einer anderen Firma gebaut, es gibt Firmen, die Bäume rausrupfen, andere, die Bäumchen einpflanzen, dazu noch Fuhrunternehmen, Subs, Lieferanten, spätestens wenn die Autos keine Firmenaufschrift haben, blickt keiner mehr durch.

2004 in Suhl hatten wir das Camp mitten im Wald, landschaftlich schöne und ruhige Lage, aber fragt mal, was es für eine Aktion war, bis wir den Pizzadienst da hatten...

Ich zockelte morgens mit dem Jeepchen den Waldweg entlang Richtung Camp, vor mir auf dem Weg taucht ein Fußgänger auf, der nicht so aussieht wie der übliche Wandersmann: lange, blauschwarze Haare lassen in mir die Frage "Männlein oder Weiblein?" aufkommen, dazu leuchtend orangene Hosen a la Müllabfuhr.

Als ich vorbeifuhr, drehte er sich um - Männlein, ja, aber nix Antonio Banderas, eine verdammt finstere Visage, und ohne jetzt jemanden diskriminieren zu wollen, ich sortierte ihn dank seiner Optik in Kombination mit den Hosen unter "Gußasphalttruppe" ein, da sind öfters recht rustikale Gestalten dabei (ein Marrokkaner, der zu einem Ami "Scheiß Kanacke" sagt - noch Fragen?).

Ab Mittag wurde rund um Suhl und auch im Baufeld die Polizeidichte noch höher, als sie bei der kontrollfreudigen Thüringer Truppe ohnehin schon ist. Wir rätseln so vor uns hin, was an den Fichten denn bitte so interessant sein soll, daß sie gleich so stark bewacht werden, da vermutet unser Meßdiener Didi, es könnte mal wieder einer aus dem Knast ausgebrochen sein. Ich mache einen blöden Spruch nach dem Motto "am Ende war es der Typ mit den Warnhosen" und bekomme mitgeteilt, daß das die aktuelle Mode im Knast Goldlauter ist...

Na herzlichen Dank auch! Ist ja nicht so, daß wir im Camp Essen, Wechselklamotten und sogar Autos für ihn rumstehen hatten. Beziehungsweise, wäre der Kamerad dreist gewesen, hätten wir ihn abends am Grill vermutlich dazuadoptiert, im guten Glauben, er gehört hierher.

Im Radio kam kein Wort davon, daß denen einer fehlt, und falls sie keine unnötige Unruhe verbreiten wollten, hätte ja auch ein freundlicher Hinweis an die Baustelle in der Richtung "ihr seid doch im Wald, paßt mal auf, ob euch jemand auffällt" nicht ganz dumm gewesen.

Abends um halb sieben sah ich die Polizeibusse voller müder Gestalten auf der Rückfahrt.

Um halb 10 hätten sie den Kamerad abfischen können, wenn sie sich nicht so dämlich angestellt hätten.

Spottdrossel 16.02.2009, 17.45 | (3/0) Kommentare (RSS) | PL

Angebaggert

Eins unserer größten Originale ist Lothar. Dummerweise kann ich ihm nicht den Künstlernamen "Bodo mit dem Bagger" geben, denn wir haben wirklich einen. Lothar ist ein vollbärtiger älterer Herr, der unsere größten Bagger fährt (als er mal eine Nummer downgraden mußte, wurde der verschmähte Bagger nur mit "Äppelpflücker" angeredet) und jede Menge Mist im Kopf hat. Wenn irgendwo auf der Baustelle über eine halbe Stunde nonstop Gelächter ertönt, ist Lothar nicht weit. Wenn er erzählt, die Erde ist rund, sollte man das lieber nochmal überprüfen...

In Thüringen war er mit dem Schlosser zusammen in einer Ferienwohnung untergebracht. Da Lothar gut kochte, war der Schlosser ein williger Mittäter bei Lothars Aktionen.

Zum Beispiel brachten es die zwei Strategen fertig, ihren Einkaufswagen durch den kompletten (und nicht grade kleinen) Supermarkt zu tragen und wenn sie blöd angeschaut wurden, wild zu lamentieren, daß sie immer das Scheißding mit dem Platten erwischen.

Immer wieder gerne erzählt wird die Geschichte, als Lothar am Rennsteig baggerte. Da laufen ja jede Menge Touristen rum, und obwohl Baustellen grundsätzlich immer furchtbar böse sind, stolpern uns dauernd irgendwelche Schaulustigen über die Piste. In Schleusingen war Manni, der Wasserbüffel eingeteilt, die Kameraden per kalter Dusche zu ihrer eigenen Sicherheit zu verjagen - Lothar hatte seine eigene Methode.

Irgendwie hat er den armen Touris weisgemacht, sie hätten was an seinem Bagger kaputtgemacht. Der Kerl ist dann auch so todernst und hartnäckig, daß niemand irgendwie Verdacht schöpft. Ende vom Lied: die Touris durften seinen Bagger über die Straße schieben. Geht natürlich eigentlich gar nicht, er hat wohl irgendwie mit Anlasser und bißchen Gas nachgeholfen, aber mit der Nummer wird er wohl ewig im Gespräch bleiben.

Naturgemäß stehen am Rennsteig so viele Fichten rum, daß die Weihnachtsbaumversorgung in der Zeit gewährleistet war. Kurz vor Weihnachten sollte Lothars Bagger zurück in die Firma. Da so ein Weihnachtsbaum im VW-Bus je nach Anzahl der Mitfahrer eher ungünstig ist, band Lothar sein Bäumchen hinten auf dem Bagger fest. Ein anderer Kollege, den kenne ich nicht, war wohl zu faul zum Verschnüren und klemmte seinen Baum zwischen Fahrwek und obere Hälfte vom Bagger fest (wie das fachlich korrekt heißt, wird vermutlich bald in den Kommentaren zu lesen sein). Kleine Anmerkung am Rande: ein Bagger kann sein Oberteil drehen, und wo sich was dreht, ist meistens Fett im Spiel...

Am Führerhauptquartier angekommen, ergriff jeder wohlgelaunt sein Bäumchen und entschwand Richtung Urlaub. Im neuen Jahr fragte Lothar den Kollegen, ob die Familie sich denn über den schönen Baum gefreut hatte..?

War wohl nicht ganz so der Fall. Stellt euch einen Weihnachtsbaum ohne Netz, dafür voller Schmierfett vor, der von unkompetenten/angeheiterten Personal durchs Treppenhaus geschleift wird - frohes Fest!

Spottdrossel 29.01.2009, 20.22 | (3/0) Kommentare (RSS) | PL

Ehrbares Handwerk

Heute fuhr ich hinter einem Bus von dem Heizungsbauer her, mit dem ich in der vorigen Wohnung das Vergnügen hatte. Als mir die Aktionen der tollen Chefin einfielen, dachte ich, daß kann ich euch nicht vorenthalten. Mal sehen, ob ich es noch einigermaßen zusammenbekomme, es ist schon locker 15 Jahre her (Himmel, die Zeit rennt...).

Damals wohnte ich in einem Reihenhaus, jedes mit eigener Heizung & Öltank und die Mieter waren verpflichtet, einen Wartungsvertrag für die Heizung abzuschließen.

Ich war neu zugezogen, der Vormieter war ein Kollege von mir, also fragte ich ihn, von wem er die Heizung betüddeln ließ.

Der kleine, aber feine Unterschied war, als der noch drin wohnte, lief die Wohnung als Dienstwohnung des Landes Hessen. Für mich wurde sie umgebastelt in eine LandesMIETwohnung. Daraus ergab sich, als das Land Hessen zuständig war, bekam der Heizungsmuckel den Auftrag für alle drei Heizungen des Reihenhauses plus der Heizung vom Straßenmeistereigebäude nebenan.

Das jedenfalls war meine Erklärung dafür, daß ich bei einem Anruf beim Heizungsdienst von der Chefin mit einem "das wurde aber auch Zeit!" angekackt wurde... Ich meine, es war schon eine sehr rustikale Gegend, quasi Hessisch-Zentralsibirien, aber selbst ich fand das ein BIßCHEN unfreundlich.

Der junge Mann, der sich dann um das Seelenleben der Heizung kümmerte, war ganz nett, folglich dachte ich, es wäre eine einmalige Panne, was den Service des Büros anging.

Neues Jahr, neues Glück, zu meinem allergrößten Erstaunen quakte die Chefin auf meinen AB, sie hätte mit meinem Mann einen Termin ausgemacht, sie kämen am anderen Tag um zehn.

Nette Idee, nur 1. mußte /wollte ich da arbeiten (meine Termine lege ich doch ganz gerne selber fest) und 2. gab es meines Wissens nach überhaupt keinen Mann.

Vielleicht hört die alte Schachtel Stimmen oder so???

Nach einem etwas gereizten Aufklärungsgespräch mit der blöden Kuh stellte sich dann heraus, daß sie mit dem Straßenmeister von der Wohnung nebenan gesprochen hatte, der einen Nachnamen hatte, den man selbst bei allergrößter Doofheit nicht mit meinem verwechseln konnte.

In diesem Jahr durften sie nochmal anrücken, dabei stellte sich heraus, daß der Installateur vom letzten Mal inzwischen in die Selbstständigkeit geflüchtet war und sein Nachfolger winkte beim Thema "Chefin" nur ab...

Drittes Jahr, wieder Drohanrufe auf dem AB. Irgendwie erinnerte das ganze leicht an Schutzgelderpressung. Das ging ein paar Tage so, die quakten auf den AB, ich ließ die Schnabelschleifmaschiene laufen, dann wurde tief Luft geholt und ein Jahrhundertanschiß ging auf eine ahnungslose Bürofee hernieder, der ich erstmal erklärte, daß ich nicht das Land Hessen bin (ist ein Löwe, kein Vogel), sie einen Vertrag mit Hessen haben, aber nicht mit mir, und ihre Chefin das in drei Jahren nicht begriffen hätte.

Die gute Fee hat es aber begriffen. Sie hat es sogar notiert. Danach war himmlische Ruhe - und ich wälzte zufrieden die gelben Seiten und bestellte eine Firma, die kam,wann es MIR paßte.

Die kleinen Freuden des Lebens...

Spottdrossel 27.01.2009, 22.39 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Die weihnachtlichste Weihnachtsfeier

Mit Verlaub: die Weihnachtsfeier am Freitag fand ich nicht besonders. Essen war wie immer spitzenmäßig, was mir regelmäßig die Laune verdirbt, sind so hyperaktive Musikusse, die eine Weihnachtsfeier mit dem Kölner Karneval verwechseln. Wenn ich in nüchternem Zustand mit voller Lautstärke "Ich hab ´ne Zwiebel auf´m Kopp, ich bin ein Döner" zu hören bekomme, bringt mich das nicht wirklich in Weihnachtsstimmung. Auch diverse andere "Bildungslücken", wie z.B. das Schäferlied, wurden geschlossen, obwohl ich glücklicher war, als ich diesen Mist noch nicht kannte.

Zu allem Übel wollte mir einer der jüngeren Kollegen noch gute Laune aufdiskutieren, da sträubt sich mir erheblich das Gefieder.

Ich hätte ewig was zu meckern, sagt er. Stimmt nicht unbedingt. Erstens ist eine meiner unangenehmsten Eigenschaften, daß ich meistens Recht habe, und zweitens geht´s Weihnachtsfeiertechnisch auch anders:

Ich glaube, es war letztes Jahr, da kam ein Marschbefehl zwecks Weihnachtsfeier mit der Bürotruppe der damaligen Baustelle. Die Jahre vorher bin ich nie mit, entweder, ich feiere mit sämtlichem "Fußvolk" oder gar nicht, so Zweiklassengesellschaft mag ich nicht besonders. Jetzt hatten wir aber schon 4 Jahre lang gemeinsam unser Unwesen in Thüringen getrieben und wußten, das wir in dieser Besetzung nicht mehr zusammen arbeiten würden, also sagte ich zu.

Einzige Info war, sich am Tag X  abends am Sporthotel in Gräfenroda zu treffen, was dann passierte, wurde nicht verraten. Das Hotel war "bestens" ausgeschildert, irgendwann hielt ich irrtümlicherweise das Altenheim für das gesuchte Objekt, natürlich fuhr ein Teil der Mannschaft begeistert hinterher.

Endlich angekommen, wurden wir in einen VW-Bus verfrachtet und durch finsteren Wald gefahren. Bei trockenem Wetter wäre es wohl eine Nachtwanderung geworden, aber es regnete ohne Ende. Wir kamen in irgendeinem kleinen Nest heraus, der Bus hält, und vor uns steht hellerleuchtet ein märchenhaft wirkendes Fachwerkhaus. Im Innenhof gibt´s erstmal Glühwein und der Besitzer erzählt uns von sich, den Renovierungsarbeiten am Haus und was er mit dem Forsthaus noch so alles vorhat. Dann geht´s hinein, alles ist schön restauriert, wir klopfen an eine alte Tür und drinnen erwartet uns das Kontrastprogramm zu allen üblichen Weihnachtsfeiern: die "gute Stube" vom Oberförster, voll mit alten Schätzen, wo man sich ständig fragt "wofür wurde das benutzt?" oder "ach ja, hab ich schonmal gesehen", wer sich dafür interessiert, kann in den Fotoalben mit Bildern von der Renovierung stöbern (das arme Haus war total am Ende), ein Kachelofen sorgte für Erwärmung und neben dem Kachelofen plim-plimte ein älterer Herr auf der Zither. Wenn´s nicht mehr plimte, mußte Bier nachgeliefert werden.

Es gab Schweinebraten aus dem Backofen, Bauernbrot vom Dorfbäcker, diverse Thüringer Alkoholitäten und unendlich viele Geschichten vom Hausbesitzer. Dank Kerzenschein, Kachelofen und Rauchverbot fingen die Fichtenzweige an, zu duften, und entgegen meiner Erwartung saßen selbst unsere größten Kulturbanausen andächtig am Tisch.

Heim wollten wir alle nicht, aber irgendwann kippten wir vor Müdigkeit fast von den Stühlen und gaben auf.

Wer für sich, seine Familie oder Firma auch mal Weihnachten abseits vom üblichen Krawall feiern will, schaut mal bei Thüringen anders rein.

Ich kann es nur empfehlen.

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Spottdrossel 22.12.2008, 12.47 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Die denkwürdigste Weihnachtsfeier

Unsere Baustellenweihnachtsfeiern sind meistens relativ früh im Dezember, weil man ja ab Mitte des Monats damit rechnen muß, die Arbeiten sauwetterbedingt einzustellen.

An der A 73 liefen zwei Großbaustellen von uns nebeneinander, aus logistischen Gründen wurden dann beide Feiern zusammengelegt.

Mit sämtlichen Kolonnen, LKW- und Dumperfahrern, zweimal Spezialtiefbauern, diversen SUBs plus Bürohörnchen und einer Handvoll Gestalten vom Auftraggeber waren wir bestimmt über 200 Mann. Und ungefähr 5 Frauen.

Da war bei der Auswahl der Lokalität wenig Spielraum, die Bude war nicht toll, aber groß. Wer von euch hatte - so wie wir- mal diese Küchenstühle mit Stahlrohrgestell und diesen braunen Bezügen auf Sitzfläche und Lehne?

Dieses Lokal war eine Art Reservat für diese Stühle, die müssen nach der Wende alle da hingeschafft worden sein. Der Saal war riesig, mit dem zweifelhaften Charme einer abgewirtschafteten Festhalle, und am faszinierendsten fand ich, daß es zwar auf´s übelste zog, trotzdem aber soviel Qualm in der Bude war, daß sogar erprobten Rauchern die Augen tränten. Bei sowas komme ich gleich in allerfeinste Partylaune.

Nebenbeibemerkt gab es in dem ganzen Ort keinen legalen Parkplatz mehr, es stand alles voll mit orangenen oder gelben Pritschen und Bussen und blauen Skodas. Wer da zufällig durchgefahren ist, wird sich bißchen gewundert haben.

Erstmal herrscht ja dann erwartungsvolles Volksgemurmel, bis die Reden geredet und das Futter freigegeben ist. In der Zeit beobachteten wir fasziniert den DJ. Der krabbelte auf allen Vieren auf der Bühne herum und klebte sorgfältig alle Kabel mit Klebeband fest. Nur kamen wir nie dahinter, für wen, er saß den ganzen Abend auf seinem Stühlchen und bewegte sich keinen Milimeter mehr. Dafür hatte er ein Schild dabei, wo "Stimmung, Spaß und gute Laune" versprochen wurde, das klappte aber auch nicht so ganz, weil er wirklich von JEDEM Weihnachtslied eine gruselige Coverversion dabei hatte.

Allerdings sind wir für DJs auch ein ziemlich schwerer Fall, Tanzmusik ist ja vom Mischungsverhältnis her nicht wirklich sinnig, einer versuchte es vor lauter Verzweiflung mal mit "Kalle mit der Kelle", und in einem Jahr wurde ich mit Marianne Rosenberg in Richtung Wohnwagen vertrieben.

Naja, dann wurde erzählt, wieviele Kubikmeter wir glorreich bewegt haben, dann bewegt sich die ganze Bande an den Trog, da gibt´s dann das erste Problem, weil mein langjähriger Wohnwagennachbar zwar auf dem Papier Thüringer ist, aber weder einen Grill besitzt noch Thüringer Klöße ißt und das Menü höchst phantasievoll aus Rouladen mit Klößen und Rotkohl bestand (toll, jetzt krieg ich Hunger).

Danach kommt die gute Fee mit kleinen Schnapsflaschen und fordert vom Raupen-Klaus, der sie erst schon soweit beschwatzt hatte, daß er als Einziger das Futter an den Platz gebracht bekam, nach (vermutlich) weitergehenden Wünschen von ihm "letzten Kontoauszug und aktuellen EKG".

Das Volk rundherum amüsiert sich bestens darüber und will die nächste Runde Schnaps. Die dürfte sie uns nicht geben, erklärt die Fee. Bier ja, aber keinen Schnaps. Und wenn wir selber zahlen? Auch nicht.

Gaaaaanz toll, entgegen der landläufigen Meinung gibt es auch Leute, die kein Bier trinken, mein Herr Nachbar und ich gehörten dazu, und ich bin der Meinung, wer für seinen Schnaps selber zahlt, verträgt ihn auch. Das Problem war -hatte ich schonmal was von der Thüringer Polizei erzählt?- daß die so eine Art angekündigtes Kesseltreiben veranstalteten, dank dem einen Schnaps konnten wir nicht mehr wegfahren und mußten mindestens bis 22 Uhr bleiben, ab da war Fahrdienst organisiert.

Aus Protest haben wir dann 6 Portionen Pudding verdrückt.

Da weder Alkohol noch der armselige DJ für gute Laune sorgen konnten, zog ich mit meiner Apfelschorle um zu den Spezialtiefbauern. Wer mal die A 73 entlangfährt, da stehen so schicke Steinmauern, dahinter ist Beton versteckt und dafür war diese Truppe aus Bayern zuständig. Der Vorarbeiter von denen war besonders drollig, schon älter, der Typ "Mutter ohne Brust" mußte paarmal mein Fax benutzen und war im Gegenzug immer um mein Wohlergehen besorgt. Von ihm habe ich einen Schippenstiel, ein Stoffkrokodil und daß er mir keinen LKW zur Verfügung stellen konnte, tat ihm äußerst leid.

Dank Sprachschwierigkeiten war die Unterhaltung da äußerst amüsant, keine Ahnung, aus welcher finsteren Gegend die kamen, aber wenn die sich untereinander unterhalten haben, brauchte ich eine Übersetzung.

Irgendwann war ich wieder puddingbedürftig und stieß am Buffet auf Manni den Wasserbüffel, der ziemlich voll und ziemlich seltsam drauf war. Wer kennt diese Phase bei besoffenen Männern, wenn sie sich dauernd entschuldigen? Furchtbar anstrengend ist das.

Irgendwann im Laufe des Abends hat er sich dann wohl nicht entschuldigt und mit den Bayern Streit angefangen. Ursprünglich wohl nur mit einem, aber die halten ja zusammen, irgendwann bewegte sich so comic-mäßig ein Knäuel Füße und Fäuste durch die Schwingtüre auf den Flur, und von allen Seiten stürzten weitere Interessenten hinterher, denen das Programm des DJs wohl zu langweilig war.

Manni der Wasserbüffel sah danach etwas zerzupft aus, aber solange keiner der Beteiligten Gläser, Flaschen oder Messer dabei hat, sehe ich das recht entspannt.

Irgendwann machte das Gerücht die Runde, daß auch noch "Kultur" bestellt wäre, die Hupfdohle sich aber verfahren hätte und fälschlicherweise irgendwo in Bayern rauskam (aber am oberen Ende, noch nicht sooo falsch). Jetzt ist es so, daß zwar viele meinen, so eine Hupfdohle müßte sein, nach nichtrepräsentativen Beobachtungen kann ich sagen, daß es nur die Altherrenmannschaft interessiert. Die jungen Kerle belastet das herzlich wenig. In diesem Fall war auch ein Hupfdohlerich bestellt, aber nicht wegen uns 5 Weibern, sondern weil einer der Schachtmeister sein Haus rosa gestrichen hat. Um 23 Uhr tauchten die beiden dann endlich auf, ein zierliches kleines Mädel mit kaum vorhandenen Rundungen und ein Herr mit Waschbrettbauch, aber so fertigem Gesicht, daß wir spontan die arme Sau bedauerten, die jeden Tag ins Fitneßstudio muß, statt so wie wir gemütlich 2 Steaks zu verdrücken.

Naja, sie hopsten da vor sich hin, das Mädel recht verschüchtert weit hinten auf der Bühne, was diversen Protest beim interessierten Teil des Publikums auslöste. Irgendwie wurde sie dann hervorgelockt, begeistert empfangen von zwei jungen Bübchen russischer Herkunft, die zu den Bayern gehörten und gutgelaunt und wohlbefüllt vor der Bühne herumtanzten.

Recht erleichtert beschloß das Mädel, die beiden in ihr Programm einzubeziehen, die sahen ja auch nett und harmlos aus, umtanzte höchst erotisch einen von ihnen und wollte ihm die Jeans herunterziehen.

Das klappte auch reibungslos, was nicht eingeplant war, der gute Bub hatte Boxershorts drunter die sich gleich mitverabschiedeten. Der kleine Russe stand ohne Verpackung da, wir lagen vor Lachen fast unter den Tischen und die Hupfdohle hatte einen röteren Kopf als ihr Opfer.

Luja, soag i!       

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Spottdrossel 30.11.2008, 16.21 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Ausgegraben

Damit es hier im Winter nicht allzu laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig wird, gibt es die neue Rubrik "Erlebtes & Erzähltes", wo ich von eigenen (Un)taten erzählen werde oder Geschichten, die unter den Kollegen immer wieder gerne die Runde machen.

Am Sonntag geht´s mit Weihnachtsgeschichten los.

Bis dahin muß ich meine Smileys noch mit Sternchen bekleben.

Spottdrossel 27.11.2008, 18.04 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL