Spottdrossel

Im Jahr 2009 bleibt das hier weiterhin stricknadelfreie Zone. Die Spottdrossel sitzt in bewährter Weise auf ihrer Stromleitung, krächzt so über dies und das, und wenn andere seltsame Vögel vorbeigeflogen kommen, sind sie herzlich eingeladen, mitzukrächzen. Sonst fühlt sich das an wie bei einem Handygespräch, wo einer der Beteiligten nicht zu verstehen ist, und wie nervig das ist, wird wohl jeder wissen. Daher: jeder, der die Rächtschraibunk noch einigermaßen beherrscht und alt genug ist, die Funkion von Großbuchstaben zu kennen, darf hier gerne kommentieren. Neumodisches Internet"deutsch" ist nicht so mein Fall, da steht mir das Gefieder senkrecht.

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Spottdrossel
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hajo:
siiiiste, das ist der Unterschied zum 2000Eur
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sorgenlos:
Wir hatten im "alten" Garten eine richtige Ma
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Wusel:
jezt wollte Freund Maulwurf mal behilflich se
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:
Nee, Klatze, das Drosselchen ist doch der Hau
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Klatze:
Da legt er drauf... :nase: :nase: :nase:
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hajo:
hallo Drosselchen,so kommst Du wenigstens nic
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maik:
Gerade ist Sturm, keine Ahnung wie der heißt.
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Mo:
Als stille Mitleserin nun doch auf "ein" Wort
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Wusel:
Ts Ts Tsich geb' ja zu, die Fachwerksani
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Klatze:
Vielleicht war's ja auch der tibetanisch
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Klatze
*Klopfklopf* jemand zuhause?
Lange nichts von der Spottdrossel gelesen :(
*in den Bürzel kneif* :nase:
20.1.2010-21:31
Tasha
ne, also ich kann immer noch nicht. ich komme nicht durch die capcha :(
aber gut zu wissen, dass ich nicht zu blöd bin!
21.8.2009-18:09
Tasha
Sag mal, bin ich nur zu blöd? Wieso kann ich denn bei dir keine Kommentare mehr abgeben?
:(
21.8.2009-9:14
Gabriela
Nachdem mich der Kommentarcaptcha nicht mochte, sag ich von hier aus : Abspann gelungen, auch wenn die Horrorszene für Arachnophobiker fehlte ;-)
:dafür:
4.8.2009-23:18
Hajo
Hallo Spottdrossel,
jetzt ist mir aber was passiert: hab' ich doch meine E-Mail-Adresse in das Namensfeld geschrieben.
Könntest Du das bitte löschen.
Danke!
27.3.2009-12:38

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Achtung, Baustelle!

High-Tech-Vogel

So, der Winterschlaf ist beendet. icon_dafuer.gif

Ich bin jetzt ein GPS-gesteuerter Vogel...

Weil die Bauüberwacher immer rumheulen, sie wüßten nicht, wo ich meine Versuche gemacht habe, und ab einer gewissen Größe der Fläche ein Kreuzchen im Lageplan auch nicht mehr sehr hilfreich ist (vor allem, wenn es Null Anhaltspunkte gibt, wo man sich befindet), kamen wir auf die schlaue Idee, mir so ein GPS-Spielzeug zu holen, wie es diese Schnitzeljäger verwenden, die sich neudeutsch Geocatchdingsbums nennen.

Ich durchforstete das www und fand dieses Dingelchen. Das Infoblatt beim Chef abgeliefert, nach Wochen nachgefragt, wat denn nu is, hat er beschlossen, so ein billiges Ding könne doch nix taugen und er hat bei den Vermessern nachgefragt, was die empfehlen.

Ist ja nicht so, das Elektronik seit Jahren immer billiger wird und ich ETWAS weniger Genauigkeit bräuchte als die Vermesser...

Wieder Wochen später kommt die Antwort vom Orakel, sie schlagen ein Spielzeug vor, ähnlich wie ein Palm, bloß halt noch drecktauglich, sturzfest, mit Kamera und GPS für schlanke 900 EU.

Na, herzlichen Dank!

Als mein Handy in die Stiefelwaschwanne fiel, war das ganz witzig. Und wenn es das nicht überlebt hätte, wäre es ohne irgendwelchen Zirkus ersetzt worden.

Bei einer fast vierstelligen Preislage sieht die Toleranzgrenze, füchte ich, geringfügig anders aus...

Ich war nicht begeistert, nur die Aussicht, dank der Computerfunktionen auf der Piste etwas mehr "Durchblick" zu haben (momentan läuft das noch manuell, nach altbewährter Sitte Listen in Klarsichthüllen) konnte mich dem Ding halbwegs gewogen stimmen.

Dann war Winterpause, Ende Januar frage ich den Adjudant vom Chef, was denn jetzt ist, erzählt der, die Vermesser hätten jetzt ein Ding für 2000 EU empfohlen.

Wir haben uns dann ganz unbürokratisch geeinigt, das die uns alle mal kreuzweise können und meine Version bestellt wird.

Einen Tag später war das Teil bei Amazon im Angebot, das habe ich mal als Zeichen gewertet.

Dienstag war dann erster Probelauf, ich notierte fleißig geheimnisvolle Zahlen, und kam danach auf die schlaue Idee, die Punkte mal über GockelMaps anzeigen zu lassen.

Gesagt, getan, meine Zahlen klimperte ich über eine bestehende Eingabe, bemerkte dabei, das da zwei Ministriche vorgegeben waren, wo ich nur einen zu bieten hatte.

Vielleicht Kommastellen? Egal, mal schauen, was passiert.

Es tauchte ein freundlicher Hinweispfeil auf, zu meiner Verwunderung war die Landschaft rund um den Pfeil recht blau.

Nicht so weißblau, wie es sich für Coburg gehören würde, sondern dunkelblau.

Und der Schriftzug, der nach meiner Vermutung den nächstgrößeren Ort anzeigen sollte, besagte "Keltische See".

OK, KNAPP daneben...

(dank diverser Suchmaschinen landete ich beim nächsten Anlauf immerhin schonmal in der richtigen Region, und genauer geht´s wohl nur mit irgendwelchen Umrechnungen, was ich aber schön der Vermessung überlassen werde)

Spottdrossel 18.03.2010, 15.57 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Pfusch am Bau

Beim mittäglichen Beisammensein in der Lieblingsfreßbude stellten wir im Kollegenkreis fest, das es doch tatsächlich Leute gibt, die die offizielle Presseversion zum U-Bahn-Bau in Köln glauben, nämlich, das Bauarbeiter die Eisen verscherbelt hätten.

Hochverehrtes Publikum: darüber könnten wir uns kringeln.

Erstmal ist das Zeug ja nicht grade so zierlich, das man es mal schnell in der Hosentasche wegschaffen könnte.

Dann laufen da noch Gestalten rum, die sich Vorarbeiter, Schachtmeister oder sonstwie nennen, auf jeden Fall in der Nahrungskette höher stehen und im Normalfall was bemerken müßten.

Ich will nicht abstreiten, das die Jäger- und Sammler-Gene bei Bauarbeitern weit verbreitet sind, aber es gehört zum guten Ton, entweder was wegzuschleppen, was sowieso Abfall ist/wird, oder aber wenigstens was zu erbeuten, BEVOR es eingebaut wird.

Weniger einbauen, ohne das die Vorgesetzten was mitkriegen, ist ungefähr so wahrscheinlich, wie jeden Tag mit einem Drucker unterm Arm aus dem Büro zu spazieren, ohne das Rückfragen kommen.

Da kommt also die Vermutung auf, das ranghöhere Kollegen ihre Finger mit im Spiel hatten. Wobei wir mit unserer unmaßgeblichen Meinung vermuten, das auch die, die entlassen wurden, nur Bauernopfer waren.

Ansonsten wäre es schon mächtig dreist, weil alles, was der Firma schadet, schadet auch meiner Lohnzahlung...

Sollte sich allerdings herausstellen, das in Düsseldorf auch was nicht stimmt, und die entlassenen Kameraden waren da gar nicht tätig, wäre diese These schonmal bewiesen.

Bleibt noch die Frage: wie Kompaß?

Tja, lest mal die Zeitung mit den großen Buchstaben: Hurra, im öffentlichen Dienst werden soundsoviel Faulenzer eingespart, Spitze!!!

Ich kenne jetzt die Ämterstruktur im Raum Köln nicht, aber wenn es da ähnlich zugeht wie anderswo, könnte ich mir vorstellen, das erst fleißig rationalisiert wurde und dann waren nicht genug Leute für so ein Mammutprojekt da.

(Mal zur Info: für jeden popeligen Tunnel, den wir bauen, und die ich jetzt mal als weniger komplexe Materie ansehe als eine U-Bahn, haben wir eine komplette Containerburg voller Überwacher)

Wenn eigene Leute fehlen, wird auf neudeutsch "outgesourct", weil es aus irgendeinem Grund billiger sein soll, ein Ingenieurbüro zwischenzuschalten, was bei jeder Entscheidung nachfragen muß und dem Bauherren alles dreimal erklären muß, was er sofort begriffen hätte, wäre er draußen vor Ort gewesen.

(Beispiel gefällig? Wir müssen eine Rinne im Felshang mit Splitt füllen, in dem sich Sickerwasser ansammeln und ablaufen soll. Nur ist die Böschung zu steil, ab einer gewissen Höhe rutscht der ganze Mist wieder runter, hat was mit Schwerkraft im Allgemeinen und zu geringer Kohäsion im Besonderen zu tun. Örtliche Bauaufsicht stand daneben, hat gesehen, das es nicht funktioniert - und Frau Spottdrossel muß die Körnchen sieben, ein Techniker eine wilde Berechnung machen, und jetzt wird dem Bauherrn auf 5 Seiten belegt, das es nicht geht).

So, dann haben wir also ein Ingenieurbüro.

Was billiger sein soll, als die Staatsdiener, die naturgemäß weniger verdienen (zumindet in jungen Jahren) als ihre Kollegen in der freien Wirtschaft.

Wie gleicht man diese Unlogik aus?

Richtig: in dem man möglichst viele Projekte an Land zieht, in die man möglichst wenig Arbeit investiert.

Wobei es hier, wenn ich den Bericht in FRONTAL richtig verstanden habe, noch seltsamer war, da hat anscheinend überhaupt niemand kontrolliert.

Im Normalfall gibt es für jedes Bauteil, was anschließend zugebuddelt wird, einen Abnahmetermin, wo die Bauüberwachung überall rumgeistert und die Firma die Einhaltung der Vertragsvorgaben (z. B. Maße, Einbaustärken, Qualität des Materials, ordnungsgemäßer Einbau) nachweisen muß.

Dafür gibt es dann ein schickes Protokoll, wo drinsteht, das alles in Ordnung ist und überbaut werden darf.

Wenn die Kollegen mit dem blauen B einfach so weiterbauen durften, wird es irgendwann interessant sein, zu erfahren, ob da von offizieller Seite kein Interesse bestand (wobei man sich dann fragt, wie blauäugig man sein kann, bei jeder Rechnung der Autowerkstatt wird nachgeforscht, und hier geht es um einige Nullen mehr vor dem Komma) oder ob dafür gesorgt wurde, das sich niemand interessiert.

Auf jeden Fall möchten wir nicht mit den niederen Dienstgraden beim blauen B tauschen - wenn´s dumm läuft, folgt dem Einsturz noch ein Erdrutsch der anderen Art, und die Kollegen, die nix dafür können, trifft es am härtesten.

Spottdrossel 24.02.2010, 21.49 | (0/0) Kommentare | PL

Umschulung zum Specht

Wenn der herzallerliebste Schatz abends fragte, wie der Tag im Büro war, war die Standartantwort: "wir haben abwechselnd gegähnt."

Jetzt kann aber der Faulste nicht in Frieden gähnen, solange man ein Handy besitzt.

Der Bauleiter, über den ich mich letztes Jahr in der "unendlichen Geschichte" mehrfach "lobend" geäußert hatte, rief an.

Beim ersten Tunnel, den ich im Geiste ziemlich verdrängt hatte, weil´s da für mich momentan nix zu tun gab, hätte noch eine größere Menge Probematerial geholt werden müssen.

Er hätte "dauernd" von gesprochen.

Komisch, das ich davon nix gehört habe, im Sommer hieß es mal "später müßten wir mal", und als "später" war, hatte ich andere Sorgen und von ihm kam auch kein "denkst Du noch dran"-Anruf. Aber, selbstverständlich, er hat "dauernd" davon gesprochen, vielleicht bloß nicht mit mir?

Jedenfalls, er will seine Untersuchungen starten lassen, ich sage, das der Dreck momentan vermutlich in recht kompackter Form vorliegt.

"Ach, so gefroren kann das gar nicht sein!"

Bitteschön, was juckt´s mich, packen wir halt Eimer, Spaten und Spitzhacke ein, schließlich werde ich dafür bezahlt.

Das Außenthermometer zeigte bei der Hinfahrt gestern "je Zielort, desto kalt", und endlich angekommen, ging der Spaß los: welcher verschneite Hügel ist meiner und, als das geklärt war, wie kommt man da hin.

Nach dreimal umkreisen war ein krisenfreier Parkplatz gefunden und die Winterwanderung konnte beginnen.

Der Schnee war leicht angetaut und rutschig, und mit dem zum Krückstock umfunktionierten Spaten ging es bergauf.

Hügel Nr. 1 war ziemlich weit von der Straße weg, unerfreulich hoch und das Material war unter dem Schnee halbwegs kooperativ. Trotzdem hatte ich wenig Motivation, hier 12 volle Eimer durch den Schnee zu schleifen (für nächstes Jahr sollte ich vielleicht mal einen Lastenschlitten beantragen).

Hügel Nr. 2 lag näher an der Straße und fast ebenerdig zu erreichen, also das kleinere Übel. Kaum habe ich an der Seite den Schnee runtergekratzt, klingelt das Handy. Ich gehe dran, in dem Moment entwickeln meine Füße in dem nassen Schnee eine unerwünschte Eigendynamik und ich bekomme physikalisch einwandfrei bewiesen, das mein Schwerpunkt hinten ist.

Das war noch der erfreulichste Teil, als nächstes wurde der gefrorene Erdhaufen per Autohandfeger vom Schnee befreit (gut, das mich keiner der Vorbeifahrenden kannte) und dann gings los. Hacke mit Schwung und mit demselben Schwung bekam ich die gefrorenen Krümel ins Gesicht. Plus in die Haare, in den Pulloverkragen usw.

Da taute es dann auf.

Super.

Leider oder Gottseidank war ja niemand in der Nähe, der diverse Unmutsäußerungen zur Kenntnis genommen hätte, mittags hatte ich mich endlich durch die gefrorene Kruste durchgepickt und hatte im Nullkommanix die letzten Eimer voll.

Dadurch konnte der Programmpunkt "Kuchen kaufen" in die Liste aufgenommen werden und die Laune stieg erheblich.

Außerdem forderte ich unsere Bübchen per SMS auf, unter sich ein Opfer zu wählen, was heute mit auf die große Halde "durfte".

"Das Maximum" war der Außerwählte (oder der letzte in der Nahrungskette, wie man´s nimmt). So für die allgemeine Vorstellung: das Maximum ist zarte Anfang 20, muß sich im Türrahmen bücken und hat, wie auf der Weihnachtsfeier festgestellt wurde, beachtliche Ähnlichkeit mit "Faxe" von diesem Wikidingsbumsfilm, den ich nie gesehen habe.

Ein Vorteil war schonmal, das wir uns musikmäßig wunderbar einig sind. Mein Verdacht, das er über die Einzelheiten der Mission nicht informiert ist, bestätigte sich kurz vor Ankunft, als meine Erklärung "und weil man da weiter und höher rauf laufen muß" mit einem ungewohnt temperamentvollen "WAS????" quittiert wurde...

Was soll ich sagen, ich wollte keine Hektik machen, aber da er seinen Feierabend gefährdet sah, kämpfte er heldenhaft.

Heute war´s kälter als gestern, der Dreck elend fest gefroren und er pickte tapfer und (fast) unermüdlich vor sich hin.

Da wir beide keinen Nerv dazu hatten, zum Auto und wieder hoch zu laufen, bis alle 12 Eimer unten sind, kam er auf die Idee mit 2-Mann-Eimerkette.

Manche Eimer surften im Schnee etwas unkontrolliert, ich machte einen unplanmäßigen Fallrückzieher auf einer Eisplatte und er hatte einen Eimer ungewollt wieder ausgekippt - aber wir kamen dem Auto näher.

Am Schluß hatte er, vom Zigarettenmangel genervt, die Schnauze voll und trug jeweils 4 Eimer auf einmal.

Als alles im Auto stand - uns war übrigens nicht einmal kalt gewesen- klärte ich ihn dann darüber auf, das man sich DUMM stellen muß, wenn man unangenehmer Arbeit aus dem Weg gehen will. 4 Eimer auf einmal zu tragen ist da eher kontraproduktiv...

Jetzt sind wir schon 2, die den Herrn Bauleiter extrem lieb haben, und wenn ihr mal jemanden seht, der etwas total hirnloses arbeitet - fragt lieber nicht, vermutlich hat sein Chef studiert...

(Ganz vielleicht, eventuell, es ist noch nicht bestätigt, hat der Herr Oberschlau auch mal Mist gemacht. Ich liege auf der Lauer...)

Spottdrossel 21.01.2010, 19.39 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Opa Oberschlau

Undertaker Tom hatte berichtet, wie Frau Büser sich mit einem nervtötenden Schlaumeier herumärgern durfte.

Ich fürchte, den kenne ich...

Auf jeder Baustelle, die nicht komplett im unzugänglichsten Nirgendwo liegt, tapern Oma und Opa über die Piste (nebenbei bemerkt, dafür, das Baustellen immer so böse sind, wer sonst unterhält die Senioren so gut?), und jedesmal deutet Opa wild in der Gegend herum, lügt vermutlich das Blaue vom Himmel herunter und Oma lauscht andächtig seinen Erklärungen.

(Oder, nach 50 Jahren Ehe, tut sie erfolgreich so, als ob)

Erstaunlicherweise wissen sogar Leute, die noch nicht mal selber einen Nagel in die Wand schlagen können, wie man eine Autobahn baut.

Und wir machen das natürlich immer falsch.

In Böblingen kamen sie gleich im Trupp mit mindestens 5 Opas, vermutlich haben sie sich alleine nicht getraut, angetan mit Schlips und Kragen, ich unterstelle mal, entweder Rentner von Daimler oder HP, wanderten jeden Nachmittag über die Piste und hielten Vorträge, was wir alles anders machen müßten.

Trotz aller Weisheit reichen die geistigen Fähigkeiten dann aber nicht soweit, das man das Schild "Baustelle - Betreten verboten!" lesen, verstehen und befolgen könnte.

Als ich mal ein Seniorenpaar fragte, ob sie nicht lesen könnten, antworteten die sturen Schwaben nur "Doch, doch, das macht nichts" und radelten fröhlich weiter Richtung Ladezone, wo man die Auswahl hatte, ob man jetzt vom LKW überfahren wird oder vom Felsbrocken erschlagen.

Vielleicht sehe ich das aber komplett falsch und sie wollen nur die Rentenkassen entlasten - in Suhl geisterten mal so 2 Deppen mitten auf der Piste herum, und jetzt ist es

1. Pflicht, die Herrschaften merken zu lassen, das sie ganz gewaltig falsch sind, weshalb ich in solchen Fällen auch ohne jede Gewissensbisse neben Müttern mit Kinderwagen mit Vollgas durch Staub oder Pfützen fahre (ist das Schild "Baustraße - KEIN Wanderweg" wirklich so schwer verständlich???) - besser sie lernen es so, als das sie unter einem Dumper landen, der merkt das noch nicht mal -

und

2. war leider schon asphaltiert, was eine Reisegeschwindigkeit von 80 km/h zur Folge hatte, ich setze mich frühzeitig auf die Hupe und statt das sie einfach an den Rand gehen (13 Meter müßten doch weiß Gott breit genug sein für 1 Skoda und 2 Deppen) zickzackt Hornochse Nummer 2 wie ein kopfloses Huhn vor meinem Auto hin und her, dank Staub auf der Piste machte das ABS immer wieder auf und es war RICHTIG knapp.

Ich war ihnen wirklich sehr verbunden.

Auf dem nächsten Bauabschnitt hatte der Schachtmeister dann einen ganz unbürokratischen Ansatz zum Thema Arbeitssicherheit, da war der große Wasserwagen nicht nur zur Bekämpfung von Staubwolken da, sondern bei Sichtung unerwünschter Fußgänger gab´s eine eiskalte Dusche - Problem gelöst.

Spottdrossel 30.12.2009, 14.32 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Kavaliere

Eins habe ich ja im Laufe der Zeit gelernt: jede Baustelle hat irgendwo einen Haken. Entweder, die Kollegen sind in Ordnung und die Bauüberwacher sind Nervensägen vor dem Herrn, oder das Ding ist zu weit entfernt, oder die Zusammenarbeit klappt gut, aber die Unterbringung ist blöd, oder das Camp ist super, dafür hat man merkwürdige Mitmenschen in den eigenen Reihen.

Die perfekte Baustelle gibt es nicht, das ist vielleicht auch gut so, sonst würden sie uns das als Urlaub abziehen.

Beim neuen Tunnel ist jetzt der Haken, daß der Prüfaufwand einfach ohne jedes Maß und Ziel festgelegt ist. Kleines Beispiel: 3 Kubikmeter Boden einbauen, davon bitte 6 Probekörper... keine weiteren Fragen.

Als ich letztens an dem Prüfplan saß, überlegte ich ernsthaft, aber vergeblich, wie ich das Ding elegant loswerden könnte.

Der Pluspunkt, der sich inzwischen herausstellte, ist die Truppe vor Ort. Im Moment noch eine überschaubare Handvoll Leute, alle supernett, irgendeiner taucht immer auf, wenn´s was ein- oder auszuladen gibt.

Jetzt will ich sowas ja auch nicht überstrapazieren, heute mußten 3 Eimer voller Dreck bergauf zum Auto, und mit Wohlgefallen betrachtete ich die frisch geschotterte Zufahrt. Skoda ranfahren und nur 50 Meter schleppen statt 250, das war der Plan.

Grade, als ich die Kiste vor einem steiler bergab führenden Abschnitt anhalte, bemerke ich hektisches Winken männlicherseits und kann mir die Bemerkung nicht verkneifen, daß ich schon so ungefähr weiß, was mit dem Auto geht und was nicht, und frisch geschüttetes Material mit dem Gefälle werde ich bestimmt nicht ausprobieren.

Kaum war ich per Baggerlöffel in ein Loch abgetaucht, gab´s über Tage Alarm: das Auto steht im Weg.

(ich wette, selbst nachts um 12 würde noch irgendein LKW auftauchen, wenn ich wo stehe, das scheint ein Naturgesetz zu sein).

Und weil das IMMER so ist, steckt der Schlüssel noch, also bitte, schafft das Auto weg, ich hab´noch zu buddeln.

Zurück auf der Erdoberfläche, will ich das Auto wieder ranholen, marschiere voller Tatendrang bergauf und je näher ich komme, umso mehr bestaune ich den gewählten Abstellplatz: die Karre steht mitten auf einem komplett aufgeweichten Grünstreifen, schon die Fahrspur vom reinfahren war brauner Schlamm, so von den Erfahrungswerten her würde ich mal sagen, das wird so nix.

Aber man muß es ja probiert haben, also SEHR liebevoll rückwärts anfahren, vorsichtig über den Glitsch Richtung festem Feldweg fahren, na bitte, ist man als Frau vielleicht doch zu vorsichtig?

Denkste. Genau der minimale Absatz zwischen Schlamm und festem Weg scheitert an der Kombination aus randvollem Kofferraum und schlammverpappten Antriebsrädern. Vorwärts rausschleichen ist auch nicht, er hat sich schon seine Grube gegraben.

Ich würde mal sagen, so elegant parkt nur jemand, der die ganze Woche Pickup fährt und die Problematik nicht kennt.

Anruf beim Hauptverdächtigen: "Herzchen, warst Du der Optimist, der den Skoda in die Wiese gestellt hat?"

"Wieso, kommst Du nicht raus?"

"Frontantrieb..."

Nach einem leicht schuldbewußten "Oh!" wurde Rettung zugesagt und ich buddelte schonmal nach meinem schicken neuen Abschleppseil.

Haste gedacht, natürlich muß das ganze männlich-sportlich erledigt werden, mit 2 Mann versuchten sie, die Karre rauszuschubsen, aber der Schlamm war stärker.

Dann war ein Machtwort fällig, Testosteron und Imponiergehabe hin oder her, es muß ja nicht sein, das sich jemand gleich Montags die Knochen verbeult.

"Jeep her, Seil an die Hängerkupplung, und los!"

Na siehe da, es ging.

Netterweise hatte der LKW, dem ich weichen mußte, ein frisches Häufchen hingekippt, so das ich nicht mehr dicht ranfahren konnte, und die Herren hatten ihre Sporteinlage für heute erledigt, so das ich als "Häuptling hochroter Kopf" den Mist selber schleppen mußte.

Später im (schlammverkleisterten) Auto mußte ich dann doch leise grinsen: sind doch echte Kavaliere, sogar das "Auto versenken" nehmen sie mir ab...

Spottdrossel 07.12.2009, 19.06 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL

Dolby saulaut

Merke: wenn man beim Sprengen direkt vorm Tunnel steht, ersetzt das locker jede nichtvorhandene Bassbox im Auto...

Beim nächsten Mal muß ich mich aber woanders platzieren, die Jungs sagten, mit dem richtigen Blickwinkel in die Röhre gibt´s auch noch Lightshow.

Heute war der erste schlammfreie Tag seit Wochen, so ganz kann ich es noch nicht glauben.

Spottdrossel 19.11.2009, 18.45 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Wer kann, der kann

Um die Tragfähigkeit von Boden zu prüfen, wird eine Stahlplatte per Hydraulikpumpe gegengedrückt. Die Setzung wird mit einer Meßuhr in Hundertstel Zentimeter angezeigt, dementsprechend empfindlich ist das Ding und zeigte erhebliche Stimmungsschwankungen, als die Raupe direkt neben mir hektisch herumsauste.

Meinen Antrag, die Arbeit etwas weniger temperamentvoll zu erledigen, nahm der Kollege Raupenfahrer zum Anlaß, eine von mir indirekt angeordnete Pause einzulegen.

"So bin ich nun mal", ruft er zu mir rüber, "wenn ich loslege, wackelt alles!"

Ein Schippenmännchen älteren Baujahrs marschiert grummelnd vorbei: "Angeber!!!"

"Stimmt nicht", muß ich den Raupenfahrer in Schutz nehmen, "ich hab´s schriftlich!"

Spottdrossel 18.11.2009, 06.40 | (4/1) Kommentare (RSS) | PL

In der Höhle des Löwen

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Spottdrossel 12.11.2009, 20.44 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Heureka! (Unendliche Geschichte hoffentlich beendet)

Wir haben es geschafft! Heute Abend wurde die letzte Lage eingebaut, morgen picke ich noch paar Löcher rein (heute habe ich ernsthaft über die Anschaffung eines dressierten Spechtes nachgedacht) und dann haben wir unser Bauwerk fertig verfüllt.

Einen herzlichen Dank an Petrus, ab jetzt darf´s schneien...

Und morgen werde ich mir als persönliches Richtfest den Riesenwindbeutel gönnen, für den ich schon die ganze Zeit einen Anlaß gesucht hatte - wetten, das Cafe hat genau dann zu?

Spottdrossel 12.11.2009, 20.07 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Nix läuft nach Plan und feige sind wir auch noch

So sieht mein Hintergrundbild seit einiger Zeit aus:

xcb

bart_simpson_generator.gif

Eins habe ich inzwischen gelernt, wenn man nichts plant, muß man sich auch nicht aufregen, wenn´s schiefgeht.

Heute mußte ich meine nervtötende und feierabendfeindliche Brücke mal heimlich, still und leise im Stich lassen, um zu der neu dazugekommenen Tunnelbaustelle bei Coburg zu flitzen. Heute Probe nehmen, Bindemittelmenge berechnen und genau am Freitag, wenn ich´s nicht gebrauchen kann, wollten sie loslegen.

Ich komme hin, kein Schachtmann mit Jeep in Sicht, also Wanderung, ich, mein Spaten und mein Eimer durch denn Schlamm Richtung Traktor und Raupe.

Der Traktor sei etwas unpäßlich, wurde mir mitgeteilt, Schachtmann sauste auf der Jagd nach Ersatzteilen in der Gegend rum.

Zurück in Thüringen, kommt der Anruf, Einspritzpumpe hinüber, morgen kommt nur Zement, aber mehr läuft nicht.

Hurra! Ich mag Traktoren, vor allem, wenn sie groß, grün und freitags kaputt sind. icon_dafuer.gif

Dann kommt der Rückruf der guten Dame, der ich gestern einen Kofferraum voll Arbeit vors Labor gestellt hatte. Ich erkläre ihr, das ich noch gar nicht gefragt hatte, ob sie auch Zement bräuchten?

Tja, höre ich da, genau das wollte sie mir auch erzählen, genau DIESE Sorte, die die Bahn wünscht, haben sie grade nicht da.

Also Anruf beim Schachtmann, wann kommt morgen der Zement?

Um 7.

Du hast vermutlich keine Eimer da?

Nö.

Aber WEHE, es gibt da unten nicht irgendwo gescheites Frühstück...

Dann wurde das Auto umgladen (der Hyunday war nach einem Tag bei mir in die Werkstatt evakuiert worden, es besteht aber angeblich kein Zusammenhang), zu einem in letzter Zeit stark vernachlässigtem Nebenkriegsschauplatz gefahren, festgestellt, daß ich mir das Umladen hätte sparen können, also das Ganze wieder zurück.

Durch finsteren Wald zum Bauwerk gereist, NICHT drangepieselt (wegen Flutlicht, ansonsten wäre ich in Versuchung gekommen), nebenbei vom herzallerliebsten Schatz verboten bekommen, heimzufahren (aber nur aus Vernunftsgründen, zwecks spät Feierabend und früh wieder raus).

Zum Trost wollte ich in einem Lokal in Masserberg was ganz Tolles essen.

Man weiß ja, wie das ist, man sieht das wohlschmeckende Objekt schon vor sich, der Hunger wird größer - und dann brennt in der Bude kein Licht.

Offensichtlich sind in Masserberg abends um halb 7 die Bürgersteige nicht nur hochgeklappt, sondern komplett weggeräumt. Ich zockelte durch ein verlassenes Kaff nach dem anderen, erst als ich in einer gemäßigteren Klimazone angekommen war, fand sich eine Pension, die gottseidank einen Gast hatte und dadurch die Küche in Betrieb.

Und die tote Kuh war ausgesprochen lecker.

Da ich morgen um 6 wieder los muß, mußten noch ein paar Faxe losgeschickt werden, zurück im Büro treffe ich noch den Herrn Holländer, der mich fragt, ob ich so lange am Bauwerk war?

Nein, ich brauchte noch eine Alternative zum durch den Fleischwolf geleierten alten Gaul, den der Bringdienst heute auf der Liste hatte.

Wie sich herausstellte, war er auch feige, erst hat er nur Püree genommen und, als der im Hals steckenblieb, einen Klecks "Pferdesoße" dazu, aber der vielgerühmte Pferdeklops blieb unangetastet.

Spottdrossel 05.11.2009, 21.53 | (0/0) Kommentare | PL